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Spanien ist nach Frankreich das weltweit zweitbeliebteste Urlaubsland und Ziel von 7 % aller Touristen. 2004 brachte der Tourismus Spanien Einnahmen in Höhe von 35,7 Mrd. €. Im Jahr 2005 haben ca. 55,6 Mio. ausländische Touristen Spanien besucht. Katalonien ist das wichtigste touristische Ziel in Spanien: 25,3 % aller Touristen sind dorthin gereist, 12,7 % mehr als im Vorjahr. Zweitwichtigstes Touristenziel sind die Balearen. Die Ureinwohner der Pyrenäenhalbinsel waren die Kelten und die Iberer, nach denen auch die Halbinsel benannt worden ist. Im 11. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich die Phönizier an der Südküste an; die berühmteste von ihren Kolonien war Cádiz (Gades). Die Bezeichnung Spanien leitet sich von der römischen Bezeichnung „Hispania“ ab (von phönizisch „Ishapan“ = „Küste der Klippschliefer“; was die Phönizier für Klippschliefer hielten, waren in Wirklichkeit Kaninchen). Geprägt wurde das Land auch durch die jahrhundertelange arabische Vorherrschaft, deren Erbe sich sowohl in der Architektur als auch in der Sprache niedergeschlagen hat. Mit der Vertreibung der Mauren von der Iberischen Halbinsel (Wiedereroberung – Reconquista) und der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 stieg Spanien vorübergehend zur Weltmacht auf. Zu den Minderheiten des Landes zählen vor allem die Gitanos (die spanischen Roma), die etwa seit dem 16. Jahrhundert nach Spanien einwanderten. Heute leben in Spanien etwa 600.000–800.000 Gitanos. Die spanischen Roma sind vor allem in Großstädten wie Madrid, Barcelona, Valencia oder Sevilla beheimatet. Sie brachten einige weltbekannte Stars hervor, z. B. den Flamenco-Gitarristen Paco de Lucía oder den Fußballspieler José Antonio Reyes. Vor allem in der spanischen Musik-Szene, speziell dem Flamenco, sind viele Roma zu nennen. In Spanien wird überwiegend Spanisch, Katalanisch und Galicisch sowie Baskisch gesprochen. Die spanische Sprache ist im gesamten Staatsgebiet Amtssprache, während die anderen drei Sprachen nur in den entsprechenden Autonomen Gemeinschaften diesen Status genießen. Ferner wird in der Autonomen Gemeinschaft Valencia eine Variation des Katalanischen, Valencianisch, und auf den Balearen eine weitere lokale Variante des Katalanischen, das Mallorquinische, gesprochen. Daneben existieren einige Minderheitensprachen, welche von einer geringen Anzahl von Menschen gesprochen werden. Zu diesen zählt Asturisch-Leonesisch, Aragonesisch und Aranesisch. In Melilla spricht die masirische Minderheit zudem Tamazight, in Olivenza (Extremadura) wird teilweise noch Portugiesisch gesprochen. Während der Urlaubssaison arbeiten in den Tourismusregionen auch Saisonarbeiter aus Deutschland und Polen, vielfach auch Südamerikaner. In einigen Tourismusregionen wie der Costa Blanca oder der Costa del Sol sind vergleichsweise viele Deutsche und Engländer dauerhaft ansässig.
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