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Das Königreich Marokko liegt im Nordwesten Afrikas und ist durch die Straße von Gibraltar vom europäischen Kontinent getrennt. Als westlichstes der drei Maghrebländer grenzt es im Norden an das Mittelmeer, im Westen an den Atlantischen Ozean und im Osten an Algerien. Marokkos Südgrenze ist wegen des Westsaharakonfliktes bis zum Abhalten eines VN-Referendums über die zukünftige Zugehörigkeit der Westsahara international umstritten. Die Verkehrswege sind vor allem im Nordwesten gut ausgebaut, während südlich und östlich des Atlasgebirges Sandpisten vorherrschen. Das Straßennetz umfasst 62.000 km, ca. die Hälfte ist asphaltiert. Über 400 km sind Autobahnen. Im Bereich der Großstädte sind die Straßen zum Teil überlastet. Das Rückgrat des Eisenbahnnetzes (Streckenlänge etwa 1.800 km) bildet die Strecke von Oujda an der algerischen Grenze über Fes und Casablanca nach Marrakesch, von der mehrere Stichbahnen abzweigen. Über 1.000 km der Eisenbahn sind elektrifiziert. Die wichtigsten Häfen liegen am Atlantik. Führender See- und internationaler Flughafen ist Casablanca. Daneben gibt es Flughäfen in Tanger, Rabat, Tétouan, Al Hoceïma, Fès, Oujda, Marrakesch, Ouarzazate, Essaouira und Nador. Der für den Tourismus wichtigste Flughafen ist Agadir. In Tanger entsteht 2006-2007 eines der größten Hafenprojekte des Mittelmeerraumes, unter anderem ein Tiefwasser-Containerterminal. Die Stützen der marokkanischen Volkswirtschaft sind die Landwirtschaft und der Bergbau, aber es wird an einem Aufbau (der Infrastruktur der Fischindustrie) gearbeitet. Von größter Bedeutung ist die Phosphatgewinnung. Die zunehmende Verarbeitung der Rohphosphate in der eigenen Düngemittel- und Chemieindustrie steigert den Ausfuhrwert. Um die Industrialisierung auch in anderen Bereichen voranzutreiben, bemüht sich Marokko um die Ansiedlung ausländischer Investoren. Eine weitere Öffnung des Marktes wurde bereits angekündigt. Marokko verfügt über eine marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsordnung, welche den Schutz des Eigentums, Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit und Wettbewerb vorsieht. Zu Zeiten Hassans II. stellte Marokko einen Antrag zur Aufnahme in die EG, welcher jedoch abgelehnt wurde. Marokkos Ziel einer engeren Anbindung an die EU ist mit der Unterzeichnung eines Assoziationsabkommens mit der EU im Jahr 1996 (in Kraft getreten im Jahr 2000) ein Stück näher gerückt. Seit den späten 1980er Jahren bemüht sich das Königreich, seine Staatsbetriebe zu privatisieren, wobei bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt weniger als ein Viertel dieser staatlichen Unternehmen diesen Prozess durchlaufen hat. Erst vor Kurzem erlaubte Marokko ausländischen Kreditinstituten den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen an marokkanischen Banken.
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